Es ist mit etwas Übung problemlos möglich, mit der Vibiemme Domobar einen perfekten Espresso zu zaubern! Entscheidend dafür ist natürlich nicht nur die Einstellung der Maschine, sondern vor allem der Mahlgrad, die Menge und der Anpressdruck des Kaffeemehls! Faustregel: Läuft der Kaffee zu schnell, hat wenig Crema oder ist der Kaffeesatz leicht matschig, sollten die Bohnen feiner gemahlen, das Pulver stärker angepresst oder die Kaffeemenge erhöht werden. Umgekehrt wird verfahren, wenn der Espresso nur langsam aus der Maschine tropft und bitter schmeckt.
Wenn man alles richtig macht, läuft heißer, öliger Espresso mit einer traumhaften Crema in die Tasse, und im Siebträger bleibt ein fester, trockener Kaffeepuck wie aus dem Lehrbuch zurück. Apropos Lehrbuch, das “Istituto Nazionale Espresso Italiano” definiert einen Espresso folgendermaßen:
- Pulvermenge 7 ± 0,5 g (bei der Domobar deutlich mehr!)
- Wassertemperatur bei Austritt 88 ± 2 °C
- Wassertemperatur in der Tasse 67 ± 3 °C
- Brühdruck 9 ± 1 bar
- Durchlaufzeit 25 ± 2,5 s
- Viskosität bei 45 °C > 1,5 mPa s
- Gesamtfette > 2 mg/ml
- Koffein < 100 mg/Tasse
- Volumen (incl. Crema) 25 ± 2,5 ml
Hinweis: Das sind nur Zahlen, wichtig ist allein, dass der Espresso schmeckt! Man sollte sie also nicht zu wichtig nehmen!
Eine Entscheidungshilfe bei der Wahl der richtigen Mühle finden Sie hier. Mein Espresso-Test unterbreitet außerdem einige Vorschläge für gute und günstige Bohnen.
Hinweis: Ohne gute (!) Mühle geht es nicht! Definitiv! Jeder, der noch keine Espressomühle besitzt, sollte sich vor der Anschaffung einer neuen Maschine eine gute Mühle zulegen, sonst kann auch die beste Espressomaschine nichts ausrichten!
Darüber hinaus empfehle ich, ausschließlich “Brita”-gefiltertes Wasser zu verwenden. Besonders in Gegenden mit sehr hartem Wasser ist der Unterschied auch für ungeübte Gaumen deutlich schmeckbar. Zudem verlängert es die Entkalkungsintervalle und erhöht die Lebensdauer der Maschine.
Kommentar von Jan am 02. März 2008 um 14:08
Hallo Herr Fertinger
habe Aufgrund Ihrer Sehr Informativen Seite mir vor ca. 4 Wochen auch eine VBM zugelegt (vorher SAECO Vollautomat ).
Jetzt habe ich folgende Frage: nach dem Brühvorgang habe ich im Siebträger Wasser, sollte der Sud nicht trocken sein ? (Mahlgrad OK)
(Mühle Compak K3 Touch)
MFG Jan
Kommentar von Christoph Fertinger am 02. März 2008 um 14:44
Im Prinzip ja. Es kann aber durchaus auch 1a Espresso rauskommen, und trotzdem ein eher matschiger Puck entstehen, das ist für den Anfang also nicht sooo wichtig. Trotzdem wäre es natürlich wünschenswert, weil sich der Puck dann schöner abschlagen lässt. Als Grund kommen die üblichen Verdächtigen in Frage (Mahlgrad, Tampern etc.), mir selbst passiert das meistens, wenn ich etwas wenig Pulver erwische. Da die Domobar auch dafür bekannt ist, deutlich mehr als 7g zu brauchen, würde ichs einfach mal mit etwas mehr Pulver versuchen.
Kommentar von Bernt am 11. März 2008 um 13:00
Hallo Christoph,
wie ich schon einmal hier schrieb, habe ich den Brühdruck meiner Maschine auf cirka 9,5 bar heruntergestellt. Mir erscheint der Espresso aber sehr blond. Kann es an einer zu niedrigen Brühtemperatur liegen? Wie kann man die Temperatur messen?
:o
Bernt
Kommentar von Christoph Fertinger am 11. März 2008 um 13:23
Du kannst das z.B. mit einem elektrischen Thermometer aus dem Baumarkt direkt in der Tasse messen (Sollwert ca. 65-70°C). Alles andere ist imho den Aufwand nicht wert. Probiers einfach mal aus, die Temperatur lässt sich ja recht einfach verstellen. Wenns vorher gepasst hat, denke ich aber eher, daß es am Mahlgrad oder der Pulvermenge liegt (etwas mehr nehmen).
Kommentar von Bernt am 11. März 2008 um 13:38
Christoph,
erst einmal vielen Dank. Ich werde das einmal beim Bezug messen. Mahlgrad eher zu grob oder ggf zu fein, wenn zu blond?
:o
Bernt
Kommentar von Christoph Fertinger am 11. März 2008 um 14:04
Eher zu grob. Falls der Kaffeepuck hinterher noch recht feucht ist, würde ich erst etwas mehr Pulver probieren. Wenn das nicht hilft, die Mühle etwas feiner stellen. Am Ende solltest du aber wieder bei rund 25s landen.
Kommentar von Bernt am 11. März 2008 um 14:08
Ja, der Puck ist noch recht feucht, zumindest an der Oberfläche. Zurzeit befülle ich das 2er Original-Sieb bis zum Rand. Versuche es mit etwas mehr Pulver.
:o
Bernt
Kommentar von Kurt am 05. Dezember 2008 um 21:14
Bei mir ist der Puck ziemlich gut würde ich sagen, die crema aber blond, der Kaffee dünn. Allgemein läuft das Ganze viel zu schnell durch. Die VBM baut zu Beginn einen Druck von 4-5Bar auf und steigt dann nach etwa 5 Sekunden auf 9.5 rauf. Woran kann das liegen?
Kommentar von Christoph Fertinger am 05. Dezember 2008 um 21:20
Ich tippe auf zu grobes Pulver (und/oder zu wenig). Das mit dem Druck ist normal, die Vibiemme hat eine Preinfusion zum Vorbrühen, das soll so sein.
Kommentar von uwe am 09. Dezember 2008 um 17:47
Hallo an alle,
habe heute (09.12.08) erstmalig meine neue Domobar Nero in Betrieb genommen und bin vom Ergebnis recht enttäuscht.
- Kaffeepuck recht feucht
- Espresso sehr bitter
Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben was ich falsch mache ;-).
Also, nachdem ich exakt 7 gr. Bohnen “New York Extra” in meiner Mühle (Macinino prof. inox) feinst möglich (Stufe 0) gemahlen hatte “tröpfelte” es nur ganz schwach aus dem Siebträger.
Bei nochmaligen Versuch mit Mahlstufe 3 “tropfte” es schneller und bei Mahlstufe 5 von 6 “floß” der Espresso endlich langsam durch den Siebträger, nur schmeckte dieser immer noch recht bitter und hatte kaum Crema.
Den “Tamperdruck” würde ich als “normal-kräftig” erklären, auch wenn das als Beschreibung natürlich schwer vermittelbar klingt ;-).
Als Sieb habe ich den innen “verjüngten” von den zwei beiliegenden genommen.
Gruss und Danke
uwe
Kommentar von Rudi am 14. Januar 2009 um 10:32
Hallo Aficionados!
Habe eine Frage zu den Sieben. Es waren bei mir 3 Siebe dabei: ein
- Flaches mit Verjüngung, mit 7 Gramm Kaffee kommt trotz vielerlei tests nur lasche Brühe raus
- Tiefers Sieb mit Verjüngung, mit 7 Gramm Kaffee eher blondes Ergebnis
- Tiefes Sieb mit ebenen Boden und Löchung am ganzen Boden, wofür soll das gut sein? Cialde habe ich getestet, nicht zu gebrauchen, mit Kaffeepulver ebenfalls “Suppenmässiges” Ergebniss – wozu ist es dann gut?
Habe nun das Sieb meiner Ariete Cafe Retro eingepasst, nun kommt zum ersten Mal brauchbarer Cafe raus.
Welche Siebe sind für die Domobar erhältlich bzw zu empfehlen?
achja.
der druck am manometer steigt bei bezug auf ca. 10,5 bis 11 bar.
kann dies ebenfalls für ein unbefriedigendes Ergebniss mit den Original-Sieben führen?
lg
rudi
Kommentar von Christoph Fertinger am 14. Januar 2009 um 10:59
Das erste klingt nach dem normalen 1er-Sieb, das dritte nach dem 2-Portionen Sieb. Normalerweise kann man das mit den 7g je nach Maschine ziemlich vergessen (bei der Domobar definitiv, die braucht viel mehr!). Das würde auch das Ergebnis erklären (“lasch”, “blond”). Dass es am Druck liegt, glaube ich weniger. Es gibt aber spezielle 7g-Siebe, die extra dafür ausgelegt sind (evtl. Nr. 2?). Theoretisch kann man mit allen gute Ergebnisse erzielen, es kommt nur die eine oder andere geschmackliche Note mehr oder weniger stark zum tragen. Ist also Geschmackssache und hängt auch von der Bohnensorte ab.
Kommentar von Rudi am 14. Januar 2009 um 11:28
Danke für Deine Meinung. Was hältst Du von den “bodenlosen” Siebträger/Sieben?
Kommentar von Christoph Fertinger am 14. Januar 2009 um 13:23
…die können hilfreich sein, wenn man kontrollieren will, wie gleichmäßig die Extraktion verläuft, ob es channeling gibt etc.. Sonst ist das eigentlich nur eine Spielerei.
Kommentar von Bernd Dombrowski am 14. Januar 2009 um 15:42
Hallo Christoph,
worüber ich mir immer noch nicht 100% im klaren bin, da ich meistens einen ‘dopio’ beziehe, ist die Durchlaufzeit bei diesem. Durchlaufzeit einfach x2?
Grüße
Bernd
Kommentar von Christoph Fertinger am 14. Januar 2009 um 15:50
Nein, auch beim 2er-Sieb bleibts bei 25s!
Kommentar von Michael Nordmeyer am 04. Februar 2009 um 23:23
Hey Rudi,
hey Christoph,
das erste, flache Sieb ist wahrscheinlich ein Sieb für Cialde (Pads).
Das zweite Sieb, welches tiefer aber verjüngt ist (wie ein Kegelstumpf), ist das 1er. Testen kannst Du es, in dem Du es einfach mal mit 7 g Pulver befüllst. Ungetampert geht die Füllhöhe bis zum oberen Rand des Siebes, nachdem ich ganz locker mit dem Finger das Kaffeepulver über das ganze Sieb verteilt habe. Nach dem Tampen ist die Höhe knapp unter dem im Sieb eingeprägten Ring.
Das dritte ist, wie Christoph auch schon gesagt hat, das 2er-Sieb für 14g, womit entweder ein Doppio in einer Tasse oder zwei normale Espressi in zwei Tassen zubereitet wird.
Sieh Dir im Zweifel mal in den diversen Kaffee-Webshops die Bilder für die einzelnen Siebe an.
Die Durchlaufzeit ist eigentlich immer um 25 Sekunden.
VG, Michael
Kommentar von Bernd Dombrowski am 08. Februar 2009 um 18:56
Hallo Christoph,
die Pulvermenge stellt für mich immer noch ein kleines Problem dar:
z.B. Bazzar Exquisit nehme ich für einen dopio 15,5 gr. Kaffee, was ein annehmbares aber nicht unbedingt umwerfendes Resultat ergibt. Würdest du noch etwas zulegen oder was ist so deine Erfahrung?
Ich habe ‘ne Vibiemme Domobar und habe vor kurzer Zeit mal einen dopio mit einem nicht so umwerfenden Kaffee gemacht ‘Saquella ?’ mit 17gr. Pulver.
Die Cofeinmenge erreicht dabei schon kritische Werte, vor allen Dingen abends.
Grüße
Bernd
Kommentar von Christoph Fertinger am 08. Februar 2009 um 20:44
So pauschal lässt sich das nicht beantworten, das hängt stark vom verwendeten Kaffe und den persönlichen Vorlieben ab. Ich neige dazu, eher etwas gröber zu mahlen und dafür einen Tick mehr Pulver zu nehmen. Wieviel Gramm das letztendlich sind, weiß ich gar nicht, ich habe keine Feinwaage. Ich orientiere mich ausschließlich am Ergebnis in der Tasse.
Kommentar von Simon am 05. Mai 2009 um 12:25
Guten Tag.
Erst einmal ein großes Lob für die Homepage, sie ist sehr hilfreich und sehr schön gemacht. Ich habe zwei Jahre als “User” mit einer Vibiemme Domobar (Einkreiser) zusammengelebt, was heißt, dass ich mich nur um die Zubereitung von Espresso und dem AUfschäumen von Milch gekümmert habe. Die ganze technische Pflege und Wartung übernahm der Besitzer.
Nun habe ich mir selber ein Vibiemme Domobar (auch Einkreiser) und als Mühle eine Demoka 207 zugelegt und kämpfe noch mit der richtigen EInstellung des Mahlgrades. :-(
Ich schildere kurz mein Problem, das ich nach fast 1,5 Wochen immer noch nicht gelöst habe:
Ich benutze zur Zeit fast nur das kleine Orginalsieb und fülle es bis etwa zur kleinen inneren Einkerbung mit gemahlenen Espressopulver und drücke das Pulver wirklich nur leicht mit einen 57 mm Tamper an. Das Ergebnis beim Durchlauf liegt zur Zeit bei etwa 30 ml in 25 Sekunden, was ja als ideal angesehen wird. Leider ist liegt der Druck immer bei etwa 14 bar, der Puck ist nass/matschig/weich und der Esspresso ist recht bitter, selbst mit einem Tl Zucker und schmeckt leicht verbrannt. Die Crema ist sehr dunkelbraun mit hellen Flecken, sehr grobporig und löst sich sehr schnell von der Mitte her zum Rand auf.
Wenn ich ab und an das große Orginalsieb nutze, liegt der Druck bei immernoch 12 bar und der Kaffee läuft zu schnell raus und ist eher sandfarben.
Ich habe es schon geschafft den Druck per Mahlgradkorrektur auf 9 bar zu bekommen, doch dann stimmte die Durchlaufmenge überhaupt nicht (in 20 Sekunden etwa 150 ml).
Nun zu meiner Frage, soll ich weiter versuchen den Druck über den Mahlgrad zu erreichen oder wäre es besser den Druck an der Pumpe der Maschine zu verändern?
Zur Info: Bevor ich die Maschine gebraucht gekauft habe, ist sie noch einmal von einem Techniker gereinigt und durchgesehen worden. Kann es sein, dass damit die Druckeinstellungen der Maschine “resetet” wurden?
Über einen Tipp wäre ich sehr dankbar, langsam verzweifel ich ein wenig. :-(
Viele Grüße und vielen Dank.
Simon
Kommentar von Christoph Fertinger am 05. Mai 2009 um 19:06
Der Druck MUSS an der Maschine eingestellt werden! Den richtigen Druck nur durch Mahlgrad und Tampern einzustellen ist nahezu unmöglich. Der Beschreibung nach klingt es auch so, als wäre das zu wenig Pulver, und damit wohl auch zu fein gemahlen wenn die Durchlaufzeit passt. Das würde auch das Ergebnis erklären. Versehentlich verstellen kann man den Druck eigentlich nicht, außer der Techniker hat das Exppansionsventil zum Reinigen zerlegt oder hat das absichtlich gemacht. Also mein Tipp: Auf jeden Fall gröber Mahlen und dafür mehr Pulver (deutlich mehr als 7g, eher 8-9!) nehmen. Die 25s sollten grob eingehalten werden. Druck einstellen wäre gut, muß aber auch nicht gleich sein.
Kommentar von Simon am 06. Mai 2009 um 13:25
Hallo und vielen Dank erst einmal für die Tipps, ich werde es heute Abend mal versuchen.
Also wäre es am Besten erst den Druck auf etwa 9 bar einzustellen, bei der Beibehaltung des aktuellen Mahlgrades. Und danach den Mahlgrad anzupassen, also das Pulver gröber mahlen?
Vielen dank, Simon
Kommentar von Christoph Fertinger am 06. Mai 2009 um 19:26
Im Prinzip ja (Druck gegen Blindsieb einstellen). Der Druck macht bei der Durchlaufzeit aber kaum einen Unterschied, das Wichtigste ist also, Mahlgrad und Menge richtig abzustimmen.
Kommentar von Simon am 07. Mai 2009 um 19:55
Also, ich habe jetzt an dem Druck jetzt an der Maschine auf 12 Bar (gegen das Blindsieb) und mit Kaffee auf etwa 11 Bar bekommen. Wenn ich weiter an dem Rädchen drehe (1,25 Umdrehungen nach links habe ich schon), tritt Wasser aus. Die letzten 2 Bar müsste ich dann durch eine weitere Veränderung des Mahlgrades und Anpassung der Menge erreichen?
Viele Grüße
Kommentar von Christoph Fertinger am 07. Mai 2009 um 21:50
Nochmal: Druck einstellen nur mit Menge/Mahlgrad/Tampern ist nicht möglich. Selbst mit viel Erfahrung trifft man da vielleicht bei einem von 10 Shots den richtigen Druck. Ist aber auch nicht schlimm, auch mit 11 bar kann man 1a Espresso machen, der Druck ist erstmal sicher am wenigsten wichtig. Ist also kein Beinbruch. Evtl. kann man das Ventil mal zerlegen, entkalken und ggf. die Dichtung tauschen oder zumindest kucken, ob sie richtig sitzt. Das kann man mal auf die to-do-list setzen, aber für den Anfang ist alles andere erstmal wichtiger, da tun’s wirklich auch die 11 bar.
Kommentar von Roger Lüthi am 26. Mai 2009 um 16:55
Hallo, seit einem Jahr bin ich im Besitz einer Isomac Zaffiro eigentlich eine tolle Maschine, jedoch hat diese das Problem das die Temp. schwankungen relativ gross sind. Grundsätzlich finde ich den Bezug mit 55-57 grad (mit einem Thermom. in der Tasse gemessen) zu wenig heiss. Dadurch die Crema etwas mager wird. Bin ich mit dem Resultat nicht zufrieden. Lohnt es sich eine PID Steuerung einzubauen oder gibt es eine andere Möglichkeit die Temp. zu erhöhen ? Oder soll ich in eine Dalla Corte Mini investieren.
Viele Grüsse
Kommentar von Alexander am 25. Oktober 2009 um 16:34
Hallo Herr Fertinger,
zu aller erst möchte ich gerne ein älteres Thema aufgreifen. Meine Domobar erzeugt beim Aufheizen Dampf und damit Luft (dabei steigt das Manometer auf über 12 bar). Dies ist bei näherer Betrachtung aber eigentlich logisch, da es beim Aufheizen (ohne intelligente Regelung) zum kurzzeitigen Überheizen kommt. Wenn die Maschine dann durch und durch heiß ist, ist der Dampf nahezu verschwunden. Am Anfang hatte mich dies irritiert, aber nun, da ich die Maschine schon seit längerem besitze, verstehe ich was hier vorgeht. Ich schreibe dies nur, da ich und auch schon andere darüber verwundert waren. Eine andere Frage beschäftigt mich dennoch. Es wird ja immer gesagt, dass die Domobar wesentlich mehr als 7g Pulver benötigt. Warum eigentlich? Die Brühgruppe ist doch baugleich mit anderen Maschinen. In diesem Zusammenhang habe ich auch immer Schwierigkeiten einen annehmbaren Espresso zu “erzeugen”. Der Siebträger geht manchmal nur mit Gewalt aufzusetzen. Das kann ja nicht die Lösung sein. Meine Demoka ist bis zum Anschlag auf “Fein” gedreht. Der Espresso ist für etwa eine, anderthalb Sekunden tiefschwarz (Manometer bei 4 bar) und blondiert dann aber sofort. Mit dem Blondieren schießt er quasi hinaus und das Manometer geht auf 9,5 bar (durch den Bypass limitiert). Mit Illy Bohnen ist das Ergebniss etwas besser, aber ich beötige viel (zu viel?) Pulver. Können Sie mir etwas raten? Ich tampere wie ein Wahnsinniger … Vielen Dank im Vorraus!
Kommentar von Christoph Fertinger am 25. Oktober 2009 um 16:47
Richtig, die Brühgruppe ist baugleich mit anderen Maschinen. Das ist auch bei allen Maschinen dieser Bauart so, also nichts Domobar-spezifisches! Es gibt aber auch für die Domobar 7g Siebeinsätze, die aber ihrerseits ihre Nachteile haben. Grundsätzlich ist das also kein Problem.
Das klingt bei Ihnen so, als wäre das Pulver noch zu grob gemahlen. Bei der Demoka gibt es leider relativ große Fertigungstoleranzen, daher kann es sein, dass sie die erste Begrenzungsschraube aus dem Stellkranz entfernen müssen, um fein genug mahlen zu können (liest man auch des öfteren im Kaffee-Netz Forum). Dann sollte sich dieses Problem in den Griff kriegen lassen!
Kommentar von Alexander am 25. Oktober 2009 um 16:51
Das ging ja schnell! Da muss ich jetzt trotzdem nochmal nachfragen. Der Espressohändler meines Vertrauens sagte, wenn das Pulver in solchen Klümpchen aus der Mühle falle, dann sei der Mahlgrad exakt richtig. Ist das Quatsch? Ich versuchs mal mit der Begrenzungsschraube (jetzt gleich!) und dann lass ich Sie das Ergebniss wissen.
Kommentar von Christoph Fertinger am 25. Oktober 2009 um 16:55
Prinzipiell stimmt das schon, aber das hängt auch sehr von dem verwendeten Kaffee ab, das muß also nicht immer so sein
Kommentar von Alexander am 25. Oktober 2009 um 17:33
Ein wahrer Meister seines Fachs!
Es hat funktioniert!! Vielen Dank! Es war ausreichend die Schraube herauszudrehen und den Zahnkranz um nur einen Zahn weiter zu drehen. Habe im Moment Bohnen der örtlichen Kaffeerösterei im Anbruch, morgen werde ich den Illy zum Vergleich probieren. Ich werde auch hier Rückmeldung geben.
Kommentar von Frederic am 01. November 2009 um 12:08
Hallo Zusammen,
kalibriere schon wie verrückt an der Temperatur herum. Konsequenz, langsam wird mir von dem ganzen Koffein schon ganz schwindelig.
Bei Leerbezug habe ich eine Temperatur von ca. 75°, mit Kaffee und Tampern erreiche ich jedoch lediglich um die 50°. Brühgruppen & Tassen sind vorgeheizt.
Kommt es durch den Brühvorgang mit Espresso zu einem derart hohen Temperaturverlust? Wie hoch muss in etwa die Wassertemperatur im Leerbezug sein, damit der Espresso schließlich bei 65-70° in der Tasse landen?
Trinke jetzt erstmal ein Glas Wasser!
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Kommentar von Christoph Fertinger am 01. November 2009 um 12:35
Bei Leerbezug ohne Siebträger sollte das Wasser fast schon kochen! Also einfach ST raus, Temperatur hochdrehen, bis es beim Bezug direkt nach dem Aufheizen zu spratzeln beginnt und von dort einfach minimal zurückdrehen, bis es das nicht mehr tut. Fertig. Das passt dann meistens schon sehr gut, abhängig von der Kaffeesorte kann es aber noch einen kleinen Tick zu heiß sein.
Kommentar von Frederic am 01. November 2009 um 17:26
Habe es gerade nochmal ausprobiert, klappt super! Jetzt erreiche ich zwischen 65 und 70°. Vielen Dank für Deine Hilfe!!
Kommentar von Carlo am 02. Dezember 2009 um 18:14
Hallo Christoph,
Ich hatte die Tempratur erhöht habe aber jetzt festgestellt das wenn mann die Dampflanze öffnet ja wie soll ich sagen so prazzelt muss ich die Tempratur wieder senken hatte aber laut Thermometer die VBM so eingestell wie heir beschrieben.
Kommentar von Christoph Fertinger am 02. Dezember 2009 um 21:24
War die Maschine entlüftet? Sonst kann es auch so etwas spratzeln. Die Temperatur sollte direkt nach dem Heizen gemessen werden, also wenn das rote Licht ausgeht, dann klappt das normalerweise. Ansonsten einfach wieder einen Tick runterdrehen.
Kommentar von Carlo am 02. Dezember 2009 um 23:51
ja klar sie ist auf jedenfall entlüftet,nur nach dem ich etwas warte und dann wieder das wasser über die Dampflanze beziehe,dann ist es so als ob ich gerade entlüfte also das heisst es dauert bis wassser durch kommt.
Ja ich hatte gleich nach dem Erlöschen der Lampe gemessen und da waren es an die 88-90 Grad.
Kommentar von Christoph Fertinger am 02. Dezember 2009 um 23:56
In der Tasse, am Auslauf oder mit Siebträgerthermometer?
Wie auch immer, wenns spratzelt in jedem Fall runter drehen.
Kommentar von Steffen am 07. Dezember 2009 um 20:45
Hallo Christoph,
ich habe den Eindruck, dass die Temperatur bei Leerbezug zu niedrig ist. Nach der von dir beschriebenen Methode wollte ich nun die Temperatur einstellen: Thermostatschraube nach rechts drehen bis es zu spratzeln beginnt und anschließend etwas zurückdrehen. Das ist leider nicht möglich da der Verstellbereich am Anschlag ist, d.h. die Verstellschraube ist rechts am Anschlag und das Wasser gefühlt noch deutlich unter 100 grd. Lässt sich der Verstellbereich des Thermostates noch ändern (weitere Demontage). Ich möchte die Maschine ungern einschicken. Danke für die Hilfe.
Kommentar von Christoph Fertinger am 07. Dezember 2009 um 21:56
Oh, das überrascht mich, das habe ich noch nie gehört. Soweit ich das beurteilen kann, wird man das Teil wohl leider tauschen müssen.
Kommentar von Steffen am 17. Dezember 2009 um 18:00
Hallo Christoph,
lag tatsächlich am Thermostat, habe es getauscht, jetzt passts.
Steffen
Kommentar von 7 am 18. Januar 2010 um 13:25
Hallo Christoph,
trotz all dieser tollen Tipps auf dieser wunderbaren Webseite habe ich noch immer ein Problem. Der Puck ist weit davon entfernt trocken zu sein. Es steht Wasser am Puck. Den Kaffee mahle ich sehr fein (ECM Mühle, Stufe 3), den Druck habe auch 9 bar eingestellt, Temperatur bei vorgewärmter Tasse 65 Grad in der Tasse.
Der Händler meinte, der Siebträger ist bis zu dem Punkt zu füllen, bis der Tamper aufliegt. Das 1-er Sieb verläuft konisch, der mitgelieferte Tamper hat 5,3 cm Durchmesser, das Sieb innen 6,1 cm. Daraus ergibt sich, dass der Siebdurchmesser nicht bis zum Rand mit Pulver gefüllt ist. Der Händler meinte auch, bei dem feinen Mahlgrad soll das Kaffeepulver fast nur geglättet werden. Tampere ich fester, komme ich in 25 sec auf 10 ml Espresso. Der Geschmack stimmt dabei gar nicht. Hast du einen Tipp für mich, was ich tun kann? Vielen Dank.
Kommentar von Christoph Fertinger am 18. Januar 2010 um 14:39
Was der Händler sagt ist beides Quatsch. Probiers einfach mal aus (anständig “überdosieren”, tampern erstmal egal)!
Ansonsten ist das schwer zu sagen. Mit der ECM habe ich noch nicht gearbeitet und die Mahlstufen sind zwischen zwei Mühlen des selben Typs meistens sowieso nicht vergleichbar. Es kommt natürlich auch stark auf die Kaffeesorte etc an.
Kommentar von Willie Löffler am 01. März 2010 um 19:01
Ich habe lange mit Menge und Mahlgrad laboriert und bin nie richtig zufrieden gewesen, durch einen Tip eines Düsseldorfer Kafferösters jetzt zu guten Ergebnissen gekommen. Die Kaffeemenge muss so bemessen sein dass nach Kaffebezug und Herausnahme des Siebträgers auf der Kaffeeoberfiäche (Puck) ein leichter Abdruck des oberen Siebes der Maschine zu erkennen ist. Das heißt das der Kaffee zwischen beiden Sieben leicht eingeklemmt ist. Das Tampern ist dann auch nicht so wichtig. Vorher hatte ich auch immer den Puck oben matschig. Habe dabei auch festgestellt eher 8- 10 g Espresso nötig ist. Würde gern eine Meinung dazu hören. Danke.
Kommentar von Christoph Fertinger am 02. März 2010 um 09:18
Kurz gesagt: Das sehe ich ganz genauso! Einzige Einschränkung: Der Kaffee muß schmecken. Bei einigen Bohnensorten funktioniert das auf diese Art nicht so toll.
Kommentar von Jan-Peter am 07. März 2010 um 14:45
Hallo Christoph,
bin blutiger Anfänger mit “ordentlichen” Maschinen und daher für Deine Seite sehr dankbar. Erlaube mir eine Frage:
Ich habe eine VBM Domobar Super (nicht PID). Wenn ich den kleinen Siebträger recht voll mache und dann tampere, bekomme ich derzeit zwar eine angemessene Crema, aber die Durchlaufzeit ist mit 20 Sekunden recht fix. Der Brühdruck steigt auf bis zu 12 bar laut eingebautem Manometer. Der Puck ist recht matschig. Wenn ich jedoch den Mahlgrad verfeinere, wird der Espresso schnell sauer und schmeckt verbrannt.
Zugegeben: Es ist auch ein 08/15 Espresso aus dem Supermarkt, die Bestellung bei Mirella (danke für Deine Tests) läuft gerade. Trotzdem wäre ich für einen Tip dankbar. Wie kann ich mit “Bordmitteln” feststellen, ob nicht ggf. der Brühdruck zu hoch ist?
Gruß,
JP
Kommentar von Christoph Fertinger am 08. März 2010 um 15:37
Wenn der Kaffee bei 20s besser ist, dann nehm einfach die 20, das ist ja völlig ok. Kommt sicher auch immer auf die Sorte an.
Wenn da nichts verändert worden ist, ist der Brühdruck 12 bar (schreibst Du ja auch selber), das ist normalerweise die Werkseinstellung. Das ist recht hoch, aber die Unterschiede bei verschiedenen Drücken sind nicht so groß, daran liegts also wahrscheinlich nicht.
Kommentar von Marc am 06. April 2010 um 22:42
ab wann wir die bezugszeit eigentlich gemessen? einschalten der pumpe oder beim ersten “laufen” des kaffees aus dem ST?
Kommentar von Christoph Fertinger am 07. April 2010 um 19:10
Es gibt da unterschiedliche Auffassungen, aber normalerweise misst man ab dem ersten Tropfen.
Kommentar von Knut am 26. Juli 2010 um 19:16
Hallo,
ich bin bereits von einer Handhebelmaschine (La Pavoni) verwöhnt. Leider ist das Teil sehr schnell überhitzt. Zudem besitze ich noch einen Vollautomaten. Dieser soll aber bald gegen eine Domobar getauscht werden. Da wir gerne auch mal einen Kaffee trinken, würde ich gerne wissen ob man mit der Maschine auch guten Kaffe machen kann ohne dass er bitter wird? … und wie macht man dann diesen? Vielen Dank, Knut
Kommentar von Christoph Fertinger am 27. Juli 2010 um 20:16
Am einfachsten ist, einen Espresso zu machen und die Tasse einfach mit heißem Wasser aus der Dampflanze aufzufüllen. Das schmeckt jedenfalls meiner besseren Hälfte sehr gut!